Nachklang zum deutsch-polnischen Gedenktafelprojekt in ...
19.10.2025

Nachklang zum deutsch-polnischen Gedenktafelprojekt in Tarnobrzeg

Der polnische Maler Marian Ruzamski wurde am 2. Februar 1889 in Tarnobrzeg geboren. Er starb am 8. März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Viele seiner menschlich ungebrochen positiven, aber zugleich stets ernsten Bilder wurden aus dem KZ geschmuggelt und waren bereits Thema einer Ausstellung im Deutschen Bundestag.

Mit seinem Wirken und seinem Schicksal hatte im sich Jahr 2015 eine Arbeitsgruppe aus dem Deutschhaus-Gymnasium Würzburg und dem Liceum Ogólnokształcące im. Mikołaja Kopernika in Tarnobrzeg befasst.

Die tief beeindruckten Schülerinnen aus beiden Schulen ließen diese Erfahrungen nicht mehr los. Im folgenden Jahr starteten sie ein ganz besonderes Projekt:
An einem Haus in prominenter Lage Tarnobrzegs erinnert nun eine Gedenktafel in Englisch, Polnisch und Deutsch an die gemeinsame Begegnung junger Menschen aus beiden Schulen mit diesem Ausnahmetalent, das nun wiederentdeckt wurde.

Intensives Sammeln unter Initiative des Direktors Tadeusz Zych am Museum Tarnobrzeg und des Direktors Jürgen Kaumkötter am Museum Zentrum für verfolgte Künste in Solingen ermöglichte eine große Ausstellung, die in Solingen, Tarnobrzeg, Warschau, Breslau, Krakau und in anderen Städten gezeigt wird.

Zur Vernissage in Tarnobrzeg war ein Vertreter des Deutschhaus-Gymnasiums und von europafels eingeladen, ein Grußwort zu sprechen. Diese Aufgabe übernahm der Projektbeauftragte von europafels Norbert Baur, auch im Auftrag des Deutschhaus-Gymnasiums als dessen Vertreter.

Für mehr Informationen eine Kurzbeschreibung zu folgendem Buch, das im Zusammenhang mit der Ausstellung erschienen ist:
Marian Ruzamski 1889-1945.

Die Kunst der Erinnerung
Jürgen Kaumkötter, Tadeusz Zych (Autoren)
Buch | Hardcover

256 Seiten
2025 | 800. Auflage
Grass Publishers (Verlag)
978-3-946848-37-0 (ISBN)

Ein Jahrhundert nach seiner letzten Einzelausstellung und acht Jahrzehnte nach seinem Tod wird das vollständige Werk von Marian Ruzamski wiederentdeckt: Bilder voller melancholischer Leichtigkeit wie aus einer Sommerfrische stehen dem Blick in das grausamste Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts gegenüber.

Marian Ruzamski, geboren in einer jüdisch-polnischen Familie und aufgewachsen in Galizien, war ein preisgekrönter Absolvent der Krakauer Kunstakademie. Kritiker feierten seine Ausstellungen und sprachen davon, dass die Besucher und Besucherinnen in Gemälde-Symphonien eintauchten. Nach ersten Erfolgen in Warschau, Krakau, Lemberg und Prag zog er sich mit nicht einmal 40 Jahren in die Provinz zurück.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde er nach Auschwitz deportiert. Er starb 1945 im Lager Bergen-Belsen. Ruzamski hat in der Hölle Kunstwerke von großer innerer Freiheit geschaffen. Seine „Auschwitz-Mappe“ überliefert Geschichte nicht in bloßen Fakten, sondern in Gefühlen. Sie macht das Unsagbare sichtbar – und verbindet uns mit dem, was bleibt.

(Lehmanns Media)